
Einrichtung am 16.04.2012 mit dem „Grünen Haken“ ausgezeichnet

- Keine Tür gleicht der anderen. Das erleichtert den Bewohnerinnen und Bewohnern der K&S Seniorenresidenz Sondershausen die Orientierung und das Wiederfinden des eigenen Zimmers. Damit ist ein höheres Maß an Selbständigkeit garantiert.
Engagement und kreative Ideen der Mitarbeiter gewürdigt
500 EURO-Preis in K&S Seniorenresidenz Sondershausen verliehen
SONDERSHAUSEN – Ein Jahr hat die Umgestaltung von der Planung bis zur Fertigstellung gedauert, bis der neue Wohnbereich in der K&S Seniorenresidenz Sondershausen bis ins kleinste Detail fertiggestellt war. "Das kleine Sondershausen" ist nicht nur für die dort lebenden, sondern auch für andere Bewohner des Hauses ein beliebter Ort, der gern aufgesucht wird. Am Dienstag, den 31. Januar 2012, wurde die von den Mitarbeitern der Residenz entwickelte herausragende Idee und deren gelungene Umsetzung mit dem Innovationspreis des Unternehmens ausgezeichnet.
In einer Feierstunde dankte der Vorstandsvorsitzende der K&S Unternehmensgruppe, Rudolf Priemer, dem Mitarbeiter-Team für das innovative praxisorientierte Engagement im Unternehmen K&S und händigte der Residenzleiterin Petra Grosche stellvertretend für alle Mitarbeiter die Urkunde und den mit 500 EURO dotierten Preis aus. Noch wissen die Mitarbeiter nicht genau, wofür sie das Geld ausgeben werden, aber an Ideen wird es dem kreativen Team nicht fehlen. Eine vertraute Umgebung, mit Dingen die man wiedererkennt, die einem Identität und Orientierung geben, das sind wichtige Punkte für unsere Erwartungen an Lebensqualität im Alter. Besonders dann, wenn man Demenz hat. In der K&S Seniorenresidenz wurde dafür ein ganzer Wohnbereich so umgestaltet, dass die Bewohnerinnen und Bewohner dieses Gefühl haben können. „Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner unserer Residenz kommen aus dem näheren Umkreis“ berichtet Residenzleiterin Grosche. „Uns liegt besonders am Herzen, dass sie sich bei uns zu Hause fühlen. Aus diesem Grund haben wir ihre alte, vertraute Umgebung in unsere Residenz geholt.“ Während der Umgestaltung musste gewährleistet werden, dass die im Haus lebenden Menschen keinesfalls gestört werden. „Die Mitarbeiterinnen wurden in das Projekt einbezogen, viele Ideen sind hier eingeflossen, aber die Anstrengungen haben sich gelohnt, das Projekt wird von Bewohnern, Angehörigen und Freunden des Hauses sehr gut angenommen“, so Grosche weiter. Der gesamte Wohnbereich wirkt wie ein Spaziergang durch die schönsten Straßen von Sondershausen. An der einen Ecke sitzt ein Pärchen auf einer Parkbank, auf der anderen Seite ist das Spielkasino mit einem kleinen Tisch, wo neben dem obligatorischen "Mensch ärgere dich nicht" auch andere Spiele einladen. Im Kaffee "Glückauf" gibt es die Möglichkeit, nicht nur einen Blick über die gesamte Stadt zu genießen, sondern auch auf das Gelände zu schauen, auf dem ehemals Kali abgebaut wurde. "Bei jedem Rundgang durch das Haus gibt es immer wieder neues zu entdecken" erzählt Petra Grosche. Keine Tür gleicht der anderen. Die schönsten Türen in Sondershausen wurden abfotografiert und auf die Zimmertüren der Bewohner aufkaschiert. Das erleichtert die Orientierung und das Wiederfinden des eigenen Zimmers. Damit ist ein höheres Maß an Selbständigkeit garantiert.

- Auf Fototapeten mit lebensgroßen Darstellungen laden der vertraute Bäcker und der ehemalige Schlachter zum Vorbeischlendern ein. Die Waren vor den „Läden“ wie Brote und Wurstwaren aus Kunststoff können betastet und mitgenommen werden.
An Demenz erkrankte Menschen verlieren zunehmend ihr Erinnerungsvermögen. Oftmals fängt es damit an, dass sie gerade Erlebtes vergessen, aber Ereignisse aus der Vergangenheit für sie präsent sind. Bei fortgeschrittener Erkrankung wird sogar vergessen, wer sie selber sind. Die Erinnerung an tatsächliche Ereignisse und bekannte Orte, an denen sie gelebt haben, gibt dann Orientierung und hält Erinnerungen wach. Eine wichtige Rolle spielen hierbei passende Sinneseindrücke. Hören, Fühlen und Schmecken sind solche Sinneseindrücke, welche die Bewohner in dem neu gestalteten Wohnbereich wahrnehmen können. Der vertraute Bäcker und der ehemalige Schlachter laden Dank aufwändiger Fototapeten mit lebensgroßen Darstellungen zum Vorbeischlendern ein, die Waren vor den „Läden“ wie Brote und Wurstwaren aus Kunststoff können betastet und mitgenommen werden. Für naturliebhabende Bewohnerinnen und Bewohner ist selbst ein Waldspaziergang in dem für sie vertrauten und sicheren Wohnbereich möglich. Es sind nicht nur die großformatigen Bilder des Waldes an den Wänden, sondern auch Teile der Borke eines Baumes, Tannenzapfen und ganze Äste, die Sinneseindrücke vermitteln und durch entspannte Musik mit Vogelgezwitscher zum Zuhören anregen. Auch eine der ältesten Tischlereien des Ortes fügt sich in das liebevoll inszenierte Ensemble ein. An der Wand hängen alte Werkzeuge des Tischlerhandwerkes, die gerade Männer zu Gesprächen anregen. Gut betreut leben – in der K&S Seniorenresidenz Sondershausen ist der Leitsatz der Unternehmensgruppe für die Bewohnerinnen und Bewohner im besten Sinne und beispielhaft umgesetzt worden.

- Petra Grosche (links) gratuliert Antje Jakob, die zur Auszubildenden des Jahres gekürt worden ist.
Antje Jakob aus Sondershausen gehört zu den besten Auszubildenden der K&S-Seniorenresidenzen in Deutschland. 26-jährige Mutter zweier Kinder bekommt ein Jahr lang ein Auto zur freien Verfügung gestellt.
Sondershausen - "Das Wohl der Mitarbeiter liegt uns am Herzen". Zugegeben, diesen Satz hat man schon oft von leitenden Angestellten eines Unternehmens gehört. Meist sind es nur so dahergesagte Floskeln, die man als Gegenüber mit einem Kopfnicken abtut. Doch beim Termin gestern in der K&S Seniorenresidenz in Sondershausen, bei der der beste Auszubildende des Jahres gekürt werden sollte, klangen diese Worte echt und ernst gemeint, waren nicht bloß so daher gesagt.
Die Rührung stand allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben, hier und da wurden Tränchen mit dem Taschentuch aufgefangen. Die Auszeichnung für Antje Jakob als beste Auszubildende des Jahres war ein bewegender Moment für alle Beteiligten. Die Sondershäuserin gewann den unternehmensinternen Wettbewerb der Firmengruppe, zu der immerhin 24 K&S-Seniorenresidenzen in ganz Deutschland zählen. Ein Jahr lang stellt ihr der Arbeitgeber nun einen Smart zur Verfügung, mit dem sie zur Paracelsus-Schule nach Bad Frankenhausen fahren kann, den sie aber auch privat nutzen darf.
Antjes hervorragenden schulischen Leistungen, aber auch ihr liebevoller Umgang mit den Senioren und der gute Draht zu den Kollegen seien ausschlaggebend, sie mit dem Preis als beste Auszubildende zu ehren.
Im vergangenen Jahr begann sie ihre Ausbildung zur Altenpflegerin und geht in dem Beruf voll auf. "Es ist genau das, was ich schon immer machen wollte", sagt die 26-Jährige. Schon als Jugendliche habe sie bei Seniorenheimen geholfen. Ihr Geschick für die Arbeit mit älteren Menschen bemerkten auch andere, gaben ihr den Tipp, die Ausbildung zur Pflegefachkraft anzugehen. Jetzt, ein Jahr später, kann sie die Auszeichnung als beste Auszubildende kaum fassen. Die Tränen kullern.
Auch bei Residenzleiterin Petra Grosche sitzt ein dicker Kloß im Hals. "Antje ist freundlich, offen, hilfsbereit und bei den Bewohnern genauso beliebt wie bei den Kollegen. Sie ist einfach toll und wir sind froh, sie in unserem Team zu haben", lobt die Chefin und strahlt über das ganze Gesicht.
Besonders stolz sei man auch deshalb auf die junge Frau, weil die trotz zweier Kinder Ausbildung und Arbeit meistere. Antje Jakob hat zwei süße Zwillinge, Romy und Antonia sind zwei Jahre alt. "Ich will aber nicht, dass man mich als Extrawurst behandelt, bloß weil ich zweifache Mutter bin. Ich mache deshalb genau so meinen Dienst wie die anderen Kollegen auch. Meine Familie und mein Freund unterstützen mich dabei", sagt Antje Jakob.
Pro Jahr werden in der K&S Seniorenresidenz in Sondershausen zwei neue Auszubildende beschäftigt, sechs sind es derzeit insgesamt. "Wir sind immer bestrebt, alle Auszubildenden zu übernehmen. Der Fachkräftemangel geht auch an uns nicht spurlos vorbei. Mitarbeiter wie Antje sind ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Hauses. Und so ein Wettbewerb ist sicherlich auch Anreiz, junge Menschen für den Beruf zu interessieren, sie an Unternehmen zu binden und zu fördern", sagt Petra Grosche.
In der K&S Seniorenresidenz in Sondershausen leben 120 Bewohner, 90 Mitarbeiter werden im Haus beschäftigt - vom Personal in der Küche, der Wäscherei, über die Ergotherapeuten bis hin zu den Pflegefachkräften und Verwaltungsangestellten.
Quelle: Thüringer Allgemeine, Ausgabe Sondershausen, 4. November 2011


