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BEGEGNUNGSSTÄTTE "Haus unter der Linde" bietet Senioren Angebote von Mittagstisch bis Gehschule

In der vorletzten Woche in Betrieb genommenen Seniorenbegegnungsstätte "Haus unter der Linde", für alte Raunheimer immer noch "das Schallehaus", steht dampfend das Mittagessen auf dem Tisch. Zu der klaren Tagessuppe werden von Carmen Loos, die für die Bewirtschaftung zuständig ist, wahlweise Frikadelle mit Specksoße und buntem Kartoffelgemüse oder Gemüsebratling mit Püree und Salat serviert. Das kurz vorher angelieferte Essen kommt aus der Küche der K&S Seniorenresidenz.

Während die übrigen Tischgenossen schon seit Wochenbeginn vor dem Mittagstisch für Senioren Gebrauch machen, hat der Rentner Walter Gerlach zum ersten Mal unter dem luftigen Dach des städtischen Beratungs- und Begegnunszentrums Platz genommen. Ob es ihm geschmeckt hat, das will Gerlach aber noch nicht verraten. "Ich will das mal eine Woche lang versuchen, bevor ich mich entscheide, ob ich regelmäßig komme", lässt der 86-Jährige wissen. Erst dann könne er auch sagen, ob es ihm schmecke oder nicht. 

Andere Senioren zieren sich nicht so. "Mir hat es geschmeckt!", sagt der 77-jährige Walter Schmitt, der sein Mittagessen schon zum dritten Mal im "Haus unter der Linde" eingenommen hat, frei heraus. Erwin Revivol, der nur ein paar Häuser weiter wohnt, gehört ebenfalls schon zu den Stammkunden. "Ich bin nicht so anspruchsvoll", erklärt der 82-Jährige, dem die Portionen allerdings ein bisschen zu klein sind. Wer Carmen Loos, die vorher in den Küchen der hiesigen Schulen gearbeitet hat, fragt, bekommt allerdings auch Nachschlag.

Von der K&S Seniorenresidenz werden zurzeit täglich 20 Essen geliefert. Wenn die Nachfrage steige, so Edeltraud Jehel, die in dem Haus für die Seniorenberatung zuständig ist, könne nachgelegt werden. In dem lichtdurchfluteten Saal stehen 36 Sitzplätze zur Verfügung. Bei Bedarf könnte in mehreren Schichten gegessen werden. Zweimal die Woche werden außerdem Frühstück sowie Kaffee und Kuchen angeboten. Beides sei allerdings noch nicht so nachgefragt gewesen, lässt Jehle wissen und verweist auf die besonderen Inhalte: Freitag ist Spielenachmittag, Montag steht das "Café Plus" auf dem Programm.

Für das "Café Plus" sind die Senioren um Mitarbeit gebeten. Über einen Fragebogen wird derzeit versucht, herauszufinden, worauf die Besucher "Lust haben". Einmal die Woche ist die Volkshochschule mit "Sturzprophylaxe und Gehschule" im Seniorenberatungszentrum zu Gast. Für den ersten Mittwoch im Monat ist ein Themenfrühstück vorgesehen: Am 7. September wird dabei zum Beispiel die Seniorenresidenz vorgestellt.

Im Nachbargebäude hat Edeltraud Jehle, die bei der Stadt für die Seniorenberatung zuständig ist, ihre Arbeit aufgenommen. Auch VdK und Rentenberater werden künftig zu festgelegten Zeiten im Haus an der Ecke Bahnhofstraße / Mathildenstraße anzutreffen sein.

Quelle: Main-Spitze, 3. September 2011


Sommerfest: Senioren feiern Geburtstag der Pflegeeinrichtung mit Musik und anregenden Unterhaltungen

Sonnenblumen lachten die Besucher auf dem Sommerfest der K&S Seniorenresidenz Am Römerbrunnen an.
Richtig voll war es jetzt im Hof der Pflegeeinrichtung. Vor vier Jahren öffnete die Seniorenresidenz, mit dem Sommerfest wird zugleich gefeiert, wie Leiter Günther Schlott betonte. Stadtrat Max Boß (SPD) freute sich mit den Bewohnern, dass es der Residenz gelungen ist, ein schönes Sommerfest auf die Beine zu stellen. Die Residenz hat erstmals auch die Nachbarschaft eingeladen. Die Resonanz ließ zwar zu wünschen übrig, aber einige wenige Nachbarn ließen sich doch auf dem Fest blicken, und auch die Sonne lachte.

Das Haus wollte mit der Einladung Distanz abbauen, wiewohl die Residenz mit den Nachbarn in guter Nachbarschaft lebt, versichert Günther Schlott. Für die Bewohner der Residenz ist das Sommerfest eine willkommene Abwechslung. Musik und Unterhaltung, "es passiert etwas", beschreibt der Leiter den Eindruck, den die Bewohner gewinnen. Er selbst nutzt die Gelegenheiten, um mit den Angehörigen der Bewohner ins Gespräch zu kommen. Der Kontakt ist wichtig, unterstreicht er.

Die Seniorenresidenz beliefert das neue Seniorenberatungs- und Begegnungszentrum "Haus unter der Linde" mit Mittagessen. Günther Schlott ist von der Einrichtung begeistert. Sowohl von der Optik als auch vom Inhalt. Die Residenz bringt sich übrigens auch in dieser Hinsicht ein. Jeden ersten Dienstag im Monat wird von 14 bis 15 Uhr eine offene Beratungsstunde rund um das Thema Altenpflege angeboten.

Außerdem wird unter der Regie der Residez zu Themenfrühstücken eingeladen: Am 7. September (Mittwoch): Vorstellung und Fragestunde zur Seniorenresidenz mit Günther Schlott. 5. Oktober: Altersdiabetes: Ernährung und Umgang mit Barbara Reuning-Radü. 2. November: Ergotherapeutische Aktivierung demenziell erkrankter Menschen unter Leitung von Michael Forster.

Quelle: Echo Online, 31. August 2011


Dewi Hartmann lässt die Puppen tanzen.

Dewi Hartmann spielt "Rumpelstilzchen" vor alten Menschen - Erinnerungen werden wach

"Ich möchte sie einladen in das Land der Märchenwelt", begrüßt Dewi Hartmann höflich seine Gäste. Applaus stellt sich ein, die Senioren klatschen begeistert in die Hände, sie bedanken sich für den netten Start in ein rund fünfundvierzigminütiges Märchen.

Der Bochumer Dewi Hartmann gastierte am Samstag mit seinem Marionettentheater in der Seniorenresidenz Am Römerbrunnen. Ein kleiner Scheinwerfer auf einem Koffer fixiert, warf das richtige Licht auf die Bühne, auf der Dewi Hartmann mit seinen Holzpuppen das Märchen Rumpelstilzchen erzählte. Mit Märchen werden bei den Bewohnern der Seniorenresidenz Erinnerungen geweckt. Also ist das Erzählen klassischer Märchen durchaus ein Mittel zur Therapie. Demenzkranke aber auch andere ältere Menschen können beim Zuhören ihr Gedächtnis trainieren, erklärt Ergotherapeut Michael Forster. Er hofft, dass Dewi Hartmann, der mit seinem geschickten Spiel seine bis zu einem Meter große Holzpuppen in selbst geschneiderter Kleidung zum Leben erweckt, die Erinnerungen der Senioren wach rüttelt.

Michael Forster nennt die Augsburger Puppenkiste, die seit 1948 Märchen aber auch ernstes Schauspiel aufführt, und an die sich einige Senioren noch erinnern können.
Das Langzeitgedächtnis der Senioren wird mit der Aufführung angeregt. Hilfreich sind besonders die klassischen Märchen der Brüder Grimm. Und die Handlung können die Senioren ebenfalls leicht nachvollziehen, erklärt Michael Forster. Dewi Hartmann animiert die Zuhörer zudem noch mit netten kleinen Rätseln zum Nachdenken.

Allerdings schränkt Michael Forster ein, dass der Nachmittag mit der Puppenfamilie für die stark Erkrankten nur eine Momentaufnahme bleiben wird. 50 Prozent der Leute werden bereits am nächsten Tag nichts mehr von dem Erlebnis wissen.
Viele der mehr als 20 Zuhörer, die auch mit Rollstuhl und Rollator in den großen Saal der Residenz gekommen sind, sahen sogar das erste Mal ein Marionettentheater live. Jutta Wehner berichtet: 1935 geboren, 1941 eingeschult, später eine Ausbildung begonnen - "ich hatte keine Zeit für Marionettentheater."

Später hat sie aber die Augsburger Puppenkiste im Fernsehen gesehen und ihren Kindern hat sie natürlich Märchen für die Nachtruhe erzählt. Sie erinnert sich noch, dass sie als Kind selbst mit kleinen Theaterpuppen gespielt hat. Und gerade deshalb freut sie sich auf das Rumpelstilzchen mit Dewi Hartmanns hölzernem Ensemble.

Ihrer Tischnachbarin Hilde Toth sind die klassischen Märchen wie Schneewittchen sowie Hänsel und Gretel natürlich auch noch im Gedächtnis. Ihre drei Kinder wurden mit den Geschichten über wundersame Begebenheiten in den Schlaf entlassen.
Die Zweiundsiebzigjährige erlebte ebenfalls das erste Mal, wie die Gliederpuppen mit Hilfe von Fäden zum Leben erwachen. "Während des Krieges hatten wir keine Zeit für Puppentheater", sagte Hilde Toth. Aber auch sie hat später über den Fernseher Bekanntschaft mit der Augsburger Puppenkiste geschlossen. Und dann fällt es ihr doch noch ein: Auf dem Hochheimer Markt verfolgte sie mal kurz ein Marionettentheater.

Puppenspieler Dewi Hartmann tritt gerne vor Senioren auf. Die älteren Meschen sind ein aufmerksames Publikum und er fühlt sich an seine verstorbene Mutter erinnert, erzählt er.

Quelle: Echo Online, 10. August 2011


Bevor das Marionettentheater Hartmann spielte, durften sich die Bewohner die Figuren aus der Nähe anschauen.

Puppentheater kommt bei Bewohnern gut an

Mit einer Vielzahl an Beschäftigungs- und Unterhaltungsangeboten, die die K&S Seniorenresidenz Raunheim ihren Bewohnern regelmäßig anzubieten hat, sollte Langeweile in dem Pflegeheim am Römerbrunnen eigentlich ein Fremdwort sein. Dass dennoch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, inzwischen werden sogar Computerspiele angeboten, zeigte das Gastspiel des in Bochum beheimateten Marionettentheaters Hartmann.

"Das ist mal was anderes", freute sich Edith Hummel, eine von rund 30 Seniorinnen und Senioren, von dem  Angebot begeistert. Zuvor kannte die 87-Jährige Marionettenfiguten nur aus dem Fernsehen. In ihrer Kindheit und Jugend herrschte Krieg. Da habe es zu so etwas keine Gelegenheit gegeben, erinnerte sich die alte Dame. Bei den betagten Zuschauern, die es sich Samstag im abgedunkelten Saal vor der kleinen Bühne bequem machten, werden Erinnerungen an Kindheit, Jugend und die Zeit, als die Kinder noch klein waren, geweckt, erklärt Physiotherapeut Michael Forster den positiven Nutzeffekt einer solchen Veranstaltung. Profitieren können davon vor allem auch Personen, die unter Demenz litten, da es sich dabei um positive Erinnerungen handele, was für diese Menschen besonders wichtig sei.

Zum Glück hatten sich Samstag nicht alle Bewohner an dem Marionettentheater interessiert gezeigt, denn sonst wäre es in dem kleinen Saal schnell zu eng geworden, meine Forster. Die, die gekommen waren, folgten der liebvollen Aufführung überwiegend aufmerksam. Gezeigt bekamen die Senioren das Märchen "Rumpelstilzchen". Die bis zu ein Meter hohen Figuren, für die Hartmann schon viel Geld geboten bekommen haben soll, erinnerten die Zuschauer an die berühmte "Augsburger Puppenkiste".

Dewi Hartmann gastiert mit seiner kleinen Marionettenbühne, bei der die Figuren Kleider aus Samt und Seide tragen, echtes Haar haben und das Publikum durch Glasaugen ansehen, regelmäßig in Senioreneinrichtungen. Seine Erfahrung als ehemaliger Theaterschauspieler, so Hartmann, käme ihm dabei zugute. Er selbst stammt aus einer alten Künstlerfamilie. Bei der Aufführung in der Seniorenresidenz war kein Mucks bei den betagten Zuschauern zu hören.

Quelle: Main-Spitze, 8. August 2011


Die Pflegekräfte der K&S-Seniorenresidenz Raunheim freuen sich auf neue Auszubildende.

Einrichtung "Am Römerbrunnen" wirbt mit Teamgeist und "Praxisanleitern"

Mit einer Ausbildungskampagne versucht die Seniorenresidenz "Am Römerbrunnen" für die Zukunft vorzusorgen. Denn inzwischen gibt es nicht mehr ausreichend qualifiziertes Personal. Mit individuellen Lösungen versucht es Pflegedienstleiterin Steffi Tesmann.

Die Fahrzeuge der Einrichtung, die zum K&S-Verbund von Pflegeheimen gehört, werben für ein Engagement in Raunheim. Wer dort arbeitet, der bekommt ein Firmenauto gestellt. Außerdem steht Personalreferentin Ricarda Cavallo in Kontakt mit den Pflegeschulen.

Die dreijährige Ausbildung zum Altenpfleger ist in Raunheim Vollzeit oder berufsbegleitend möglich. So können sich Pflegehelfer neben ihrer Arbeit zum Altenpfleger weiterbilden, erklärt Tesmann.

Die Auszubildenden werden im Betrieb auch nicht allein gelassen, erzählt sie aus der Praxis. Speziell ausgebildete "Praxisanleiter" sorgen dafür, dass die Auszubildenden im Haus gezeigt bekommen, was sie auf welche Art und Weise machen müssen. "Das machen bei uns schon einige", sagt Tesmann.

Um Werbung für den Beruf zu machen, werden den Schulen auch Praktikumsplätze angeboten. Für die Ausbildung zum Altenpfleger ist der Realschulabschluss nötig. In Ausnahmefällen könne auch der Hauptschulabschluss ausreichen, dann ist aber eine Weiterqualifizierung notwendig. Auch für das Studium werden Jahrespraktikanten aufgenommen. Im August kommen gleich drei dieser Praktikanten, die Pflegewissenschaften studieren.

Insgesamt gebe es viele Möglichkeiten im Bereich der Pflege, sagt die Pflegedienstleiterin. Und freut sich, dass auch verstärkt Männer diesen Beruf für sich entdeckt haben. Auswirkungen durch den Wegfall des Zivildienstes gibt es in der Raunheimer Seniorenresidenz nicht, denn es wurden bisher keine "Zivis" beschäftigt.

Für die 140 Plätze im Haus stehen 70 Pflegekräfte zur Verfügung, die auch teilzeitbeschäftigt sind. Hier greifen die individuellen Lösungen. Je nach persönlicher Situation könne meist die Arbeitszeit ausgerichtet werden. Auch bei der Wohnungssuche werde geholfen, eigene Wohnungen für die Beschäftigten gibt es aber nicht.
Dafür kann man kurzfristig auch im Haus wohnen, wenn Zimmer frei sind und es beim Umzug noch keine geeignete Wohnung gebe. das Unternehmen betreibe Häuser an 24 Einrichtungen im Bundesgebiet und helfe auch bei Standortwechseln der Mitarbeiter.

Eine weitere Qualifizierungsmaßnahme sei die Ausbildung zum Alltagsbegleiter. Wer sich im normalen Tagesablauf nicht mehr zurecht finde, bekomme den Begleiter als persönlichen Coach zur Seite gestellt. In Einzelbetreuung werden dann die Senioren zum Einkaufen oder beim Spazieren gehen begleitet. "Das ist eng auf die Biografie der Bewohner abgestimmt", erzählt Tesmann.

Quelle: Main-Spitze, 15. Juli 2011


Hildegard Erne lebt seit vier Jahren in der K&S Seniorenresidenz Raunheim.

Hildegard Erne vollendet in der K&S Seniorenresidenz Raunheim ihr 101. Lebensjahr

An diesem Samstag wird Hildegard Erne, geborene Krüger, 101 Jahre alt. Seit knapp vier Jahren lebt sie jetzt in der Seniorenresidenz Raunheim. Zur Gratulation einer der ältesten Einwohnerinnen des Kreises Groß-Gerau werden nicht nur Vertreter der Stadt Raunheim, sondern auch von der Kreisspitze erwartet.

Die gelernte Schneiderin wuchs in Berlin auf, bis sie über viele Stationen in Raunheim landete. Ds sei auch eher Zufall gewesen, sagt sie im Gespräch. Lange konnte die noch rüstige Rentnerin ihren Haushalt selbst versorgen, bis es körperlich nicht mehr ging. Weil auch ihr einziger Sohn bereits verstorben ist, bekam sie einen Betreuer zur Seite gestellt.

Ein bisschen aufgeregt ist die alte Dame schon, wenn sie an die bevorstehende Geburtstagsfeier denkt. Kümmern braucht sie sich darum aber nicht, "die machen hier ja alles", lobt sie die Einrichtung.
Eine große Party wird es aber nicht werden, mehr eine Feier im kleinen Kreis mit Betreuer, Ergotherapeut und einigen Bewohnern aus dem Haus. Dazu wird es Kaffee und Kuchen geben und natürlich einen großen Blumenstrauß.

Quelle: Main-Spitze, 9. Juli 2011


Pflegedienstleitung Steffi Tesmann präsentiert stolz die Urkunde. Hinten: Residenzleiter Günther Schlott.

Qualitätsprüfung: Senioreneinrichtung einen Tag lang auf "weiche Faktoren" getestet

Die K&S Seniorenresidenz Raunheim hat eine weitere Auszeichnung erhalten: Den "Grünen Haken für Lebensqualität". Vorausgegangen war eine gesonderte, von der Residenz selbst beauftrage Qualitätsprüfung, die die Kategorien Menschenwürde, Teilhabe und Autonomie in den Mittelpunkt stellt.
Der "Grüne Haken" wird von der Bundesinteressenten- vertretung der Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter verliehen. Einrichtungen mit diesem Qualitätssiegel werden in ein Verzeichnis aufgenommen, das für Interessierte unter www.heimverzeichnis.de einsehbar ist, ebenso die Ergebnisse der Prüfung.

"Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung, zeigt sie doch, dass wir auf dem richtigen Wege sind, um auch im Alter wirkliche Lebensqualität in unserer Residenz bieten zu können", freut sich Residenzleiter Günther Schlott. "Seit heute haben wir es schwarz auf weiß: Respektvoller Umgang, Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bestimmen den Alltag in unserer Einrichtung."

Gütesiegel, Zertfikate, Noten und Bewertungen für Pflegeheime gibt es viele. Das Besondere am "Grünen Haken" ist, dass nicht nur in erster Linie die Qualität der Pflegeprozesse, wie beispielsweise bei den Transparenz-Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, begutachtet werden, sondern die sogenannten "weichen", schwer fassbaren Faktoren. Anhand von 121 Kriterien, die von Experten entwickelt wurden, wird das Heim einen Tag lang begutachtet und geprüft, ob Respekt, Rücksichtnahme und Achtung der Privatssphäre keine Fremdwörter sind. Das Begutachtungsverfahren wurde unter Berücksichtigung der "Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen" von den Experten des Institutes für Soziale Infrastruktur (ISIS) entwickelt.

"Um den Grünen Haken zu vergeben, habe ich einen Tag lang hinter die Kulissen geschaut, 160 Fragen an Heim- und Pflegedienstleitung, Heimbeirat und die Bewohner selbst gerichtet", sagte Gutachter Karl Trauden, einer von rund 250 speziell geschulten Gutachtern. "Ich habe mir Zimmer angesehen, mit den Bewohnern gemeinsam zu Mittag gegessen und beobachtet, wie der alltätgliche Umgang mit den Bewohnern gelebt wird."

Am Ende waren alle Fragen zur Zufriedenheit beantwortet und Mitarbeiter, Heimbeirat und Bewohner der Seniorenresidenz konnten wenige Tage später die begehrte Urkunde in den Händen halten.

Quelle: Main-Spitze, 02. Juli 2011


Geburtstag: Eleonore Siebeneichner feiert mit Familie

Raunheim. Der älteste Mensch der Welt ist die Amerikanerin Besse Cooper mit 114 Jahren. Elenore Siebeneichner (geborene Blüm) braucht sich hinter dieser Zahl nicht zu verstecken. Sie feiert am Sonntag in der K&S Seniorenresidenz am Römerbrunnen ihren 102. Geburtstag.

Das Geburtstagskind ist stolz auf sein Alter, auch wenn die Freude ein wenig getrübt ist, denn Eleonore Siebeneichner kann nicht mehr laufen, ist also auf einen Rollstuhl angewiesen oder muss im Bett liegen. Mit einem Sektfrühstück empfing Eleonore Siebeneichner mit ihrer Familie Freunde und frühere Nachbarn. Auch Residenzleiter Günther Schlott sowie erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, Stadtrat Ulrich Belzer (Raunheim) und Stadtrat Horst Trapp (Rüsselsheim) gratulierten.

Eleonore Siebeneichner wurde in Rüsselsheim geboren und verbrachte dort auch ihr Leben, bis sie im Januar in die Residenz am Römerbunnen zog. Ganz besondere Erinnerungen hat sie noch an ihre Tätigkeit als Hausmädchen bei Opel-Rennfahrer Carl Jörns, der noch auf der alten Opelrennbahn gefahren ist. Sie war zweimal verheiratet. Ihr erster Mann fiel im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff, ihr zweiter Mann starb kurz nach der Hochzeit. Aus erster Ehe hat sie zwei Töchter, die ihr drei Enkelkinder bescherten.

Eleonore Siebeneichner hat immer noch ein Hobby: Sie singt viel, am liebsten Wiener Lieder. Aber sie schaltet auch gerne den Fernseher ein und verfolgt die Sportberichterstattung: Fußball, Radrennen und Skispringen. Und wenn sonst nichts ansteht, hält sie auch gerne ein Schläfchen.

Quelle: Echo, 27. Juni 2011


Computerspiele und Hochbeet steigern Lebensqualität

Raunheim. Videospiele an PC und Konsole treffen vor allem bei jungen Menschen auf Begeisterung. Die Steigerung der an Monitor oder TV-Gerät durchgeführten Spiele ist die Benutzung eines externen, einer Fernbedienung ähnlichen Controllers, mit dem ein Spiel zu steuern ist. Um Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung zu erweitern, kommt in der Seniorenresidenz seit Kurzem eine so genannte Wii zum Einsatz, mit dessen Hilfe Bewohner zum Beispiel einen virtuellen Besuch in der Bowlingbahn unternehmen können. Auch wenn nicht alle dafür zu begeistern seien, so Residenzleiter Günther Schlott, treffen sich einige Bewohner inzwischen regelmäßig, um aus bequemer Sitzhaltung heraus, die Kugeln über den Bildschirm rollen zu lassen. Schlott hat extra noch einen großen Bildschirm anschaffen lassen, um das virtuelle Erlebnis möglichst anschaulich zu machen. "Das ist mal was anderes als Mau-Mau-Spielen", freut er sich darüber, wie gut die neue Errungenschaft bei den Bewohnern ankommt.

Schlott, der im Frühjahr die Leitung in der Seniorenresidenz übernahm, möchte die Qualität der Pflegeeinrichtung, die sich seit dem vergangenen Jahr wie alle Pflegeeinrichtungen einer regelmäßigen Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung zu unterziehen hat, noch weiter verbessern. Hatte sich das Haus zuvor noch mit der Note 1,9 zufrieden gegeben, konnte das Ergebnis bei der bislang letzten, wie immer überraschenden Prüfung bereits auf 1,3 verbessert werden. "Wir haben in allen fünf Bereichen, die von den Prüfern unter die die Lupe genommen worden sind, mit sehr gut abgeschnitten", teilt Schlott mit. Mit dem erzielten Ergebnis liegt die K&S Seniorenresidenz Raunheim sogar 0,1 Prozentpunkte unter dem Landesdurchschnitt von 1,4. Bewertet wurden rund 450 Einzelkriterien. Eine Befragung unter Bewohnern, die willkürlich herausgepickt wurden, bestätigte die Prüfer in ihrem Ergebnis.

Günther Schlott, der ursprünglich aus dem Hotelfach kommt, möchte die Messlatte künftig aber noch höher legen. Um das zu erreichen, wurde nicht nur die Wii angeschafft, sondern auch ein Hochbeet angelegt, das von den Bewohnern betreut und gepflegt wird. "Die Kräuter, die dort gezogen werden, finden auch in unserer Küche Verwendung", erzählt Schlott, der auf einen merhfachen therapeutischen Nutzen verweist. Ähnlich verhält es sich mit dem kürzlich eröffneten, von Bewohnern betreuten Kiosk, an dem dreimal wöchentlich Artikel des täglichen Bedarfs zum Selbstkostenpreis verkauft werden. Wer noch dazu in der Lage sei, dürfe natürlich auch im benachbarten Geschäft einkaufen, Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer machten jedoch gerne von dem neuen Angebot Gebrauch, freut sich der Leiter der Seniorenresidenz über den Erfolg.

Quelle: Main-Spitze, 9. Juni 2011


Wieder im Geschäft: Das Kioskteam mit Albert Busch, Jutta Wehner, Hilde Toth und Theresia Lienert mit der ersten Kundin Annelore Butschal. (von links).

Albert Busch, einst Kolonialwarenhändler in Rüsselsheim, macht jetzt beim Kioskteam mit

"Ein Kiosk ist heute im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung für eine kleine Verkaufsstelle in Form eines Häuschens oder einer Bude", ist im Internet bei Wikipedia nachzulesen. In der K&S Seniorenresidenz Raunheim ist die kleine Verkaufsstelle etwa 12 Quadratmeter groß. Im ersten Stock musste das Büro der Hauswirtschaft weichen. Wo bisher Aktenordner in den Regalen standen, sind jetzt Waren für den Alltag zu finden.

Am Montag öffnet der neue Kiosk der Seniorenresidenz. Mit einem stolzen Lächeln auf dem Gesicht zog das vierköpfige Verkaufsteam ein und nahm hinter der Theke Platz, um auf die ersten Kunden zu warten. Den großen Ansturm erlebten Jutta Wehner, Hilde Toth, Theresia Lienert und Albert Busch zwar nicht, aber der eine oder andere Bewohner wollte die Neueröffnung nicht verpassen.

Annelore Butschal war die erste Kundin im neuen Kiosk. Sie wollte gar nichts kaufen, hatte auch gar kein Geld eingesteckt, sondern war einfach neugierig. "Den Kiosk finde ich gut. Da kann man schnell mal im Haus etwas einkaufen", freute sie sich.
Von Süßigkeiten über kleine Fläschen Wein bis hin zu Kosmetikartikeln reicht das Sortiment. Spezielle Pflegeartikel für Senioren werden nicht verkauft, denn die werden vom Haus gestellt, betont Residenzleiter Günther Schlott.
Das Sortiment wurde übrigens als Ergebnis einer Umfrage von Bewohnern und Heimbeirat zusammengestellt. Das Angebot kann durchaus noch um Tageszeitungen ergänzt werden. Der Heimleiter möchte aber erst den Bedarf eruieren und die Möglichkeit der Rückgabe abklären, falls Zeitungen nicht verkauft werden.

Die Einrichtung kauft die Artikel auf eigene Kosten ein und verkauft sie zum selben Preis an die Bewohner weiter. Ein Gewinn soll nicht erzielt werden. Denn der therapeutische Zweck und die Möglichkeit, schnell und bequem eine Kleinigkeit zu erwerben, stehen im Vordergrund.
Besonders die Bewohner, die nicht mehr in der Lage sind, in das benachbarte Stadtzentrum oder zu den anliegenden Supermärkten zu laufen, können sich in dem Kiosk Artikel des täglichen Bedarfs kaufen. Manchmal ist die Seife aufgebraucht, bevor die Verwandschaft für Nachschub gesorgt hat.

Die Bewohner werden also aktiviert, sie sollen in den Alltag eingebunden bleiben, erklärte Günther Schlott. Die Selbständigkeit wird gefördert und die Bewohner erhalten sich weiterhin das Gefühl für Geld. Der Kiosk kann sich aber auch zu einem Treffpunkt entwickeln. Er soll die Wohnbereiche verbinden und die Kommunikation fördern, ergänzte Ergotherapeut Michael Forster. Die Residenz hat bereits die Kirchen mit ihren Gottesdiensten ins Haus geholt, jetzt folgte mit einem Kiosk ein weiterer Teil aus dem Alltag.

Die Damen und Herren vom Kioskteam sitzen nicht nur als Statisten hinter dem Ladentisch. Die Vier sollen die Kasse führen und auch Bestellungen schreiben. Bei Albert Busch (Jahrgang 1915) werden beim Anblick der Kasse Erinnerungen wach. Er hat nach dem Krieg den Kolonialwarenladen seiner Mutter übernommen. Das Lebensmittelgeschäft Busch befand sich in Rüsselsheim am Fritz-Opel-Platz, erzählt er.

Pflegedienstleiterin Steffi Tesmann kaufte die ersten Artikel für den Kiosk ein. "Es ist wichtig, dass die Bewohner etwas eigenes für sich haben", betonte sie. Zunächst ist der Kiosk montags, mittwochs und freitags von 14 bis 15 Uhr geöffnet. Wenn das Geschäft läuft, kann die Öffnungszeit aber auch auf bis zu drei Stunden verlängert werden, kündigte Günther Schlott bereits an. 

Quelle: Rüsselsheimer Echo, 18. Mai 2011


Nach dem Wechsel in der Leitung der Seniorenresidenz im März fand nun eine erneute Qualitätsprüfung der Einrichtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung statt.

Der neue Residenzleiter Günther Schlott machte bereits bei Amtsantritt deutlich, dass die Qualität der Pflege und die Optimierung der Arbeitsprozesse oberste Priorität genießen. Bei der im vergangenen Jahr durch den Gesetzgeber eingeführten Qualitätsprüfung wurde die K&S Seniorenresidenz Raunheim noch mit der Note 1,9 bedacht. Durch gemeinsame Anstrengungen konnte dieses Ergebnis nun deutlich verbessert werden, heißt es in einer Mitteilung der Seniorenresidenz. Die zahlreichen hilfreichen Anregungen der Heimaufsicht sowie des Medizinischen Dienstes seien genau analysiert, geprüft und in Maßnahmenplänen umgesetzt worden.

Die Arbeit der vergangenen Monate habe sich offenbar gelohnt: Bei der aktuellen Prüfung konnte die Note deutlich verbessert werden: Eine 1,3 wurde vergeben, der Landesdurchschnitt liegt bei 1,4. In allen fünf geprüften Bereichen (Pflege und medizinische Versorgung, Umgang mit demenzkranken Bewohnern, Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung, Wohnen / Verpflegung / Hauswirtschaft und Hygiene) sowie der Bewohnerbefragung konnte ein "sehr gut" erzielt werden.

"Wir sind stolz auf die Leistung unseres Pflegeteams. Der Erfolg spornt uns an. Die Latte liegt nun recht hoch, aber wir sind zuversichtlich, auch hier noch Verbesserungsmöglichkeiten zu realisieren, um den Standard des Hauses zu halten und weiter auszubauen", so Schlott abschließend.

Quelle: Main-Spitze, 7. Mai 2011



DEMENZ Besonderes Überwachungssystem in der K&S Seniorenresidenz / Betreuung durch Alltagsbegleiter

Unter Demenz leidende Personen, meistens sind ältere Menschen betroffen, können sich häufig nur schlecht orientieren. Pflegeeinrichtungen wie die K&S Seniorenresidenz Raunheim haben deshalb besondere Vorkehrungen zu treffen, damit diese Personen nicht unbeobachtet das Haus verlassen, weil sie vermutlich wegen der Störung des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit nicht mehr zurückfinden. Demente, die in der Seniorenresidenz mehr als die Hälfte von derzeit 132 Bewohnern ausmachen, bekommen deshalb eine Uhr, die, sobald deren Träger die Türschwelle überschreitet, ein Signal abgibt. "Da sieht man dann die Mitarbeiter flitzen", erklärt Residenzleiterin Andrea Willigerod. Bisweilen lässt sich im Umfeld der Einrichtung auch schon einmal beobachten, wie solche Personen vom Pflegepersonal überzeugt werden, dass es besser ist, wieder ins Haus zurückzukehren. "Da wir ein offenes Haus sind, kann das jederzeit passieren", sagt Willigerod. Es gebe allerdings auch Demente, denen es gestattet sei, eine Runde ums Haus zu drehen.

Pflegeheime, die Demenzkranke aufnehmen, müssen besondere Bedingungen bei der Betreuung des genannten Personenkreises erfüllen. Eine ist die Beschäftigung so genannter "Alltagsbegleiter", die die Aufgabe haben, sich wenigsten zehn Minunten am Tag mit ihren Schützlingen zu beschäf- tigen. Für Demente ist ein minutiös erarbeiteter Tagesplan aufzustellen, der mit dem Aufstehen beginnt und dem Zubettgehen endet. Dazwischen sind über den Tag verteilt verschiedene thera- peutische Maßnahmen vorzusehen, um die bei diesen Menschen brach liegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten zu schulen. Für die therapeutische Betreuung stehen in dem Pflegeheim sechs Mitarbeiter, darunter die drei Alltagsbetreuer, zur Verfügung. Demente Bewohner bekommen von diesen nach dem Frühstück aus der Zeitung vorgelesen, gehen mit ihnen zum Einkaufen oder spazieren, singen und basteln und beteiligen sich auch an den anderen, allen Bewohnern offen stehenden Beschäftigungsangeboten.

"Was sehr gut ankommt", erklärt Willigerod, "ist das gemeinsame Backen." Insbesondere Frauen hätten daran gute Erinnerungen versichert die Residenzleiterin. In den Wohnbereichen stehen deshalb auch Backöfen zur Verfügung. In Kleingruppen wird außerdem regelmäßig Gedächtnis- training gemacht. So könne man die Bewohner besser kennen und einschätzen lernen.

Weil der Umgang mit an Demenz erkrankten Personen auch für die übrigen Bewohner nicht immer ganz einfach ist, gibt es mittlerweile in der Seniorenresidenz Pläne für einen "beschützten Bereich". Die regelmäßgie Schulung der Mitarbeiter, auch jener, die nicht unmittelbar in ihrem Arbeitsbereich mit Dementen konfrontiert sind, ist gelebte Praxis. "Wir haben innerhalb der K&S-Gruppe Fachleute, die die Mitarbeiter über den Umgang mit Dementen informieren", sagt Willigerod.

Quelle: Main-Spitze, 11. November 2010

 


Hildegard Erne feiert ihren 100. Geburtstag in der K&S Seniorenresidenz Raunheim

"Hauptsache, man ist gesund"

EHRENTAG: Hildegard Erne begeht heute festlich ihren 100. Geburtstag

In bester Gesundheit feiert heute Hildegard Erne ihren 100. Geburtstag. Wünsche hat die rüstige Seniorin, die seit zwei- undeinhalb Jahren in der K&S Seniorenresidenz lebt, keine mehr, sagt sie. Doch Erne liest sehr gerne und freut sich über jede Illustrierte, die ihr vom Pflegepersonal besorgt wird.

Hin und wieder nimmt die alte Dame auch noch via Fernsehen am Weltgeschehen teil. Außerdem lässt sie es sich nicht nehmen, eigenständig zu den Mahlzeiten zu kommen. Ein Rolator, wie Erne meint eine tolle Erfindung, hilft ihr dabei, den Weg zu bewältigen. Allzu viel Kontakt zu den übrigen Bewohnern pflegt die Seniorin, die zuvor im Martin-Niemöller-Haus in Rüsselsheim untergebracht war, allerdings nicht. Wie sie selbst sagt, sitzt sie am liebsten in ihrem bequemen Sessel in ihrem Zimmer im ersten Stock der Seniorenresidenz und schaut zum Fenster hinaus.

Nach Raunheim kam die Berlinerin, deren mundartlich geprägte Sprechweise noch immer an ihren Geburtsort erinnert, über ihren im Alter von gerade einmal 50 Jahren viel zu früh verstorbenen Sohn Joachim, der ihr einziges Kind war. Hildegard Erne war zweimal verheiratet. Die erste Ehe schloss sie bereits im Alter von 14 Jahren, was damals offenbar noch möglich gewesen ist. Wie sie erzählt, hat sie beide Ehemänner im Krieg verloren. Hildegard Erne hat aus dieser schlimmen Erfahrung Konsequenzen gezogen: Den Müttern rät sie, "ihre Jungs nicht mehr für Feldzüge herzugeben." Ihren Lebensunterhalt hat die Seniorin, die nach eigener Auskunft mehr als 30 Jahre in Raunheim lebte, mit einem kleinen Gehalt als Schneiderin bestritten. Sie habe immer gearbeitet, doch viel hängen geblieben sei nicht. "Hauptsache, man ist gesund", erklärt Erne. "Wenn ich mehr Patienten wie Sie hätte, dann wäre ich längst arbeitslos", soll der Arzt kürzlich einmal erklärt haben.

Dass sie heute groß gefeiert werden soll, gefällt Hildegard Erne nicht besonders. Ihr ist das ein bisschen viel Trubel um ihre Person. Begangen wird der 100-jährige Geburtstag im Rahmen einer Geburtstagsgala, bei der alle zu Ehren kommen sollen, die in den vergangenen Monaten ihr eigenes Wiegenfest feierten. Es handelt sich dabei um knapp 30 Seniorinnen und Senioren. Ob der Landrat zum Gratulieren kommt, weiß Hildegard Erne zwar nicht, auf jeden Fall wird Bürgermeister Thomas Jühne zur Geburtstagfeier mit Kaffee und Kuchen in der Seniorenresidenz erwartet. 

Quelle: Main-Spitze, 9. Juli 2010